#NUE2025 | Bewerber zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025
Nue2025 wird die für eine erfolgreiche Bewerbung Nürnbergs zur Kulturhauptstadt 2025 notwendige Unterstützung der Bevölkerung mobilisieren.
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Bewerber zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025

Bewerber zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025

Bilderklärung: Rundreise durch alle aktuell zur Diskussion stehenden Bewerber zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025 in Deutschland, von Zittau (A) über Dresden (1), Chemnitz (2), Gera (3), Magdeburg (4), Hannover (5), Hildesheim (6), Eisenach (7) nach Nürnberg (B), Kartenbild (maps) © Thunderforest, Data © OpenStreetMap contributors

Bewerberfeld

Stand 4. Dezember 2018

Welche Städte werden sich in Deutschland um den Titel Europäische Kulturhauptstadt 2025, kurz ECOC2025 bewerben? Da immer wieder Presseberichte kursieren, die den Stand schlicht falsch wiedergeben, veröffentlichen wir hier unsere bisher internen Recherchen. Der Stand kann sich manchmal überraschend schnell ändern, wie wir Ende September 2018 gesehen haben.

Klärung bot die Auftaktveranstaltung zur Bewerbung am 16. Oktober bei der ausrichtenden Kulturstiftung der Länder: dort konnten sich die Bewerberstädte im Pecha Kucha-Format präsentieren. Erschienen waren: Chemnitz, Dresden, Gera, Hannover, Hildesheim, Magdeburg, Nürnberg und Zittau. Das Auftreten war jedoch kein Ausschlusskriterium: wer nicht dabei war kann sich trotzdem bewerben.

Hier ist unsere Zusammenfassung:

sichere Mitbewerber um den Titel Kulturhauptstadt 2025 durch aktuelle Beschlüsse der Städte

  • Chemnitz
  • Dresden
  • Hannover – Leitmotiv zunächst „Nachbarschaft“
  • Magdeburg – Leitmotiv „Verantwortung“
  • Nürnberg

 

Mitbewerber um den Titel Kulturhauptstadt 2025, ohne formale Entscheidung

  • Gera – Die Bewerbung ist getrieben durch engagierte Bürger, war kein Standpunkt der Stadtverwaltung mehr, um dann urplötzlich in einem Stadtratsbeschluss zu münden: der exakte Beschluss ist nicht bekannt, Gera „soll“ europäische Kulturhauptstadt werden, heisst es in der Presse. Kern des Beschlusses ist wohl eine Kulturstrategie 2030 zu entwerfen, deren Bestandteil die Bewerbung zur ECOC 2025 sein solle und die Bürgerinitiative Gera2025 zu unterstützen. Das Land Thüringen hat hier beachtlich geschubbst, ooops „angeschoben“ meinen wir natürlich!
  • Hildesheim – hat die Vorbereitung der Bewerbung beschlossen, die endgültige Entscheidung soll 2018 fallen.
  • Zittau – beschlossen hat der Stadtrat nur, dass sich die Stadt bewerben „soll“. Am 26. Mai 2019 wird es einen Bürgerentscheid geben, ob sich Zittau bewerben wird.

 

Frischlinge, Städte, die neu, erneut oder ernsthaft diskutieren

 

Städte, die genannt wurden (Stand unklar oder tendierend zum Verzicht)

  • keine aktuell

 

Städte die nicht mehr dabei sind

 

Unsere Einschätzung

Wir, von NUE2025 verfolgen seit 2016 sehr genau das Mitbewerberfeld. Weniger aus kompetetiven Gründen, sondern mehr um zu lernen, was andere gut machen und zu vermeiden, was andere schlecht machen. Dabei erwägen wir selbstverständlich auch die Chancen und Risiken einer Bewerbung für Nürnberg – auch um die Sinnhaftigkeit unseres Handelns zu überprüfen. Einiges von dem, was wir einschätzten ist bereits so eingetreten: das Ausscheiden von Kassel, Koblenz, Mannheim und Pforzheim.

Unsere Vermutungen – über die hier gerne diskutiert werden soll – lauten weiterhin:

Sicher eine Bewerbung abgeben werden:

  • Chemnitz
  • Magdeburg
  • Nürnberg
  • Zittau

 

vielleicht eine Bewerbung abgeben werden:

  • Dresden
  • Gera – Bürgerinitiative, massive Unterstützung durch das Land, eine Stadt, die die Bewerbung als Antrieb für die Entwicklung einer Kulturstrategie benutzt und dies als Zukunftssicherung versteht … all das klingt nach einem Erfolg, egal, ob man am Ende die Bewerbung wirklich durchzieht.
  • Hannover oder Hildesheim – wir vermuten ein Zusammengehen von Hildesheim mit Hannover, wenn Hannover seine Unstimmigkeiten in der Verwaltung überwindet.

 

keine Bewerbung abgeben werden:

  • Hannover oder Hildesheim – wir vermuten ein Zusammengehen von Hildesheim mit Hannover

 

in die zweite Runde / Shortlist kommen:

  • Magdeburg
  • Nürnberg
  • Zittau

Viele unterschätzen den Proporz in der Bundesrepublik Deutschland: es wird eine und nur eine Stadt aus Sachsen auf die Shortlist kommen, Thüringen hatte bereits 1999 mit Weimar eine ECOC, der Westen Deutschlands war das letzte Mal mit Essen 2010 dran …

1 Comment
  • Philip Zerweck
    Posted at 15:34h, 04 Oktober Antworten

    Auf facebook kam die Frage:
    „Liebe Kollegen, es fehlt leider eine Erläuterung. „Vielleicht eine Bewerbung abgeben werden: – Dresden“. Danach kein Text, aber die Info, Stadtratbeschluss liegt vor. Warum „vielleicht“? Danke im Voraus!“

    Zu unserer Vermutung, warum Zittau sich sicher bewirbt und Dresden trotz Beschluss nur vielleicht, also vielleicht nicht:

    Bei Kassel vermuteten wir, dass es die Bewerbung aufgibt, weil die Stadt ihre Kraft für den Erhalt und die Weiterentwicklung der documenta benötigt und die ECOC-Bewerbung 2025 keinen nennenswerten Mehrwert mehr versprach – eine schlichtes kräfte-ökonomisches Kalkül also, dass in der Stadtgesellschaft unbewusst gezogen wurde.

    Bei Dresden haben wir das Gefühl, was wir erstmal nicht schriftlich darlegten, weil es nur so ein Bauchgefühl ist, dass die aktuellen Probleme der Stadtgesellschaft in Dresden mit anderen Mitteln als der ECOC-Bewerbung besser beizukommen sind. Also ebenfalls ein Kalkül, wo die Energie, die eine Stadtgesellschaft aufbringt, besser investiert werden sollte. Kunst und Diskussion über Kultur scheint die Gesellschaft in Dresden eher zu zerreissen, als zu einigen, siehe zum Beispiel die Diskussion über die Installation „Monument“ Anfang 2017 https://de.wikipedia.org/wiki/Monument_(Installation) oder die entgleiste Veranstaltung „Streitbar“ mit Uwe Tellkamp und Durs Grünbein. Die Fragen: Braucht Dresden die ECOC und umgekehrt, braucht Europa eine ECOC Dresden? müssten so beantwortbar sein, dass es eine positive Feedbackschleife gibt, und zwar nicht erst bei der Endabrechnung, sondern bereits während des Bewerbungsprozesses. Die Bewerbung kostet Kraft und wenn Michael Schindhelm sagt „Dresden steht für die Identitätskrise Europas“ dann denken wir, das stimmt schon, aber „- und sollte deswegen Kulturhauptstadt werden“ (so Schindhelm weiter) ist sehr fraglich. Die Kriterien sagen klar, dass eine ECOC doch mit Vorbild, Beispiel und Lösung assoziiert wird. Wenn die Stadtgesellschaft also den Mangel an positiver Rückkopplung ob dieser Sinn-Lücke zwischen „exemplarisches Problem vielleicht“, aber „exemplarische Lösung nicht zu sehen“ als kräftezehrend empfindet, dann kann das dazu führen, dass sich Dresden vielleicht nicht bewirbt, schlicht, weil die Kraft gefühlt woanders benötigt wird und die Bewerbung mehr Kraft kostet, als sie gibt.

    Zusätzlich kommt noch das landespolitische Kalkül hinzu: das Land Sachsen weiss, dass eine gleichwertige Unterstützung aller drei sächsischen Bewerber nur dazu führt, dass im bundesdeutschen Proporz alle drei geschwächt werden. Zittau ist das komplette Gegenmodell zu allen anderen Bewerberstädten, will die Bewerbung mit seinen europäischen Nachbarn durchziehen und ist im Populistenstreit doch eher ein kommunalpolitischer Lichtstreifen; also wird Sachsen Zittau nicht fallen lassen. Bleibt die Tatsache, dass der härteste Gegner für Dresden in der kräftezehrenden Hetzjagd bis zur Bewerbungsabgabe Chemnitz ist: und da scheint einfach die Aufmerksamkeit und das Momentum in der Großwetterlage eher so zu sein, dass Chemnitz (gefühlt) die Unterstützung braucht und auch die Aufwertung sich als Kulturstadt zu begreifen in positive Energie umsetzen kann. Das Elbflorenz Dresden empfindet sich bereits durchweg als Kulturstadt: siehe Kassel und die Frage, wo ist der Benefit für den Aufwand?

    Zu Zittau: Die Stadt macht vieles anders und ist ein krasser Aussenseiter. Die Bewerbung ist nicht angelegt um zu gewinnen, sondern ausschließlich um sich zu bewerben. Mit entsprechend geringen Kosten und wenig Entfremdung vor Ort. Daher hat es einen extrem hohen Kosten-Nutzen-Faktor und wird sich im anstehenden Bürgerentscheid dafür entscheiden, frei nach dem Motto: „Dabei sein ist alles“! Im Gegensatz zu Städten wie Nürnberg, die unter einer schlechten Bewerbung leiden könnten, durchaus auch u.a. mit Imageverlust und Standortverschlechterung, kann Zittau nur gewinnen.

    Was sind Eure Gedanken dazu?

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