#NUE2025 | Zittau die Regionsfigur oder Scheinzwerg entdeckt
Nue2025 wird die für eine erfolgreiche Bewerbung Nürnbergs zur Kulturhauptstadt 2025 notwendige Unterstützung der Bevölkerung mobilisieren.
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Zittau die Regionsfigur oder Scheinzwerg entdeckt

Zittau die Regionsfigur oder Scheinzwerg entdeckt

Dies ist ein kurzer Blogbeitrag um die Größe (und Einwohner) von Zittau als kulturelle Figur, wie sie sich um ECOC bewirbt zu verstehen. Die Stadt beteiligt sich an der ECOC-Bewerbung schließlich als kleinste Stadt.

Aber die Kampagne nennt sich auch offiziell „die Kulturhauptstadtbewerbung der Stadt Zittau für die Dreiländerregion Oberlausitz“.

Zittau wirkt in dem Bewerberfeld wie eine niedliche Kleinstadt, der klassische Unterdog. Offiziell hat die Gemeinde Zittau 25.575 Einwohner und ist damit eigentlich eine Mittelstadt (20.000 bis 100.000 Einwohner). Wir hatten in unserem Blogbeitrag zum Thema „räumliche Einheit“ noch thematisiert, das Zittau als eigentliche Stadt kleiner ist und somit unter die Grenze von 20.000 einzustufen sei. Insbesondere, da die Gebietskörperschaften (Gemeinden, Kreise, Städte) in Ost-Deutschland enorme Flächen einnehmen: die Gemeinde Zittau hat eine Bevölkerungsdichte von nur 383 Einwohner je km2, zum Vergleich Nürnberg hat 2.764 Einwohner je km2. Guckt man aber näher, so ist Zittau jedoch die Galionsfigur, die sich ausdrücklich „für die Dreiländerregion Oberlausitz“ bewirbt. Nun gibt es aktuell eine solche Region weder in den Statistiken noch in anderen Publikationen. Was tun, wie sollen wir das verstehen?

  • Die Oberlausitz erstreckt sich auf Sachsen (etwa 67 %), Polen (30%) und Brandenburg (3%) und hat rund 780.000 Einwohner.
  • Die Euroregion Neisse-Nisa-Nysa, die sich wie die Bewerbung Zittaus auch auf Tschechien erstreckt, hat 1,5 Millionen Einwohner.

 

Betrachtet man die Einwohner auf Kreisebene so sind es folgende Zahlen:

  • Der Landkreis Görlitz, in dem Zittau aktuell liegt, hat immerhin 256.587 Einwohner.
  • Der alte Landkreis Landkreis Löbau-Zittau hatte 138.772 (2007) bevor er 2008 zusammengelegt wurde.
  • Der noch ältere (Land-)Kreis Zittau hatte 86.498 (1989) Einwohner.
  • Der östlich angrenzende polnische Powiat Zgorzelecki (Kreis) hat 91.258 Einwohner.
  • Der südlich angrenzende tschechische Okres Česká Lípa (Bezirk) hatte 103.037 (2012) Einwohner.
  • Der süd-östlich angrenzende Okres Liberec (Bezirk) hatte 171.007 (2012) Einwohner, beide Bezirke sind in der Liberecký kraj (Region) mit insgesamt 440.636 Einwohnern aufgegangen.

 

Zählte man die zwei aktuellen Kreise und zwei ehemalige Bezirke zusammen, die im Dreiländereck aneinandergrenzen, ergäbe das rund 620-tausend Einwohner.

Interessant im Sinne eines kulturellen Gebildes ist die alte Amtshauptmannschaft Zittau, welche die heutigen Ländergrenzen überspannte. Diese hatte vor 1939 123.281 Einwohner – inklusive der 1915 als kreisfrei ausgegliederten Stadt Zittau mit alleine 37.924 Einwohnern. Das Stadtgebiet erstreckte sich damals noch beiderseits der Neiße.

Auf aktuelle Gemeindegrenzen bezogen sind die Zahlen wie folgt:

  • Gemeinde Zittau hat besagte 25.575 Einwohner.
  • Die direkt über der Neiße liegende, östlich anschließende polnische Gemeinde Bogatynia hat 17.984 Einwohner.
  • Das ebenfalls direkt über der Neiße liegende, südlich an Bogatynia anschließende tschechische Hrádek nad Nisou hat 7.656 Einwohner.

 

Die drei Städte bilden eine Städtepartnerschaft und ergeben zusammen 51.215 Einwohner.

Im Rahmen von diversen Projekten arbeitet Zittau aber auch noch mit anderen Gemeinden des Dreiländerecks zusammen, so z. B. mit der angrenzenden Gemeinde Oybin und mit Město Frýdlant.

Der Oberlausitzer Sechs-Städtebund hat sich hinter die Bewerbung gestellt und auch wenn einzelne, wie der OB von Löbau sich eher rausziehen, so ist doch jede Veranstaltung auf die Region ausgerichtet und insbesondere der Kreis Görlitz ideell und administrativ involviert. Wir schrieben früher, dass auch andere Städte die Region einbinden und daher ein deutlich größeres Publikum ansprechen müssen, als die direkten Einwohner, aber wenn wir nur die Gemeinde Zittau betrachteten scheint das eine Größenordnung mehr. Wir sollten Zittau also als einen Bewerber sehen, der auf Grund seiner geografischen Lage und historischen Situation sich nun für das Drei-Ländereck als ECOC bewirbt: früher eine gemeinsame kulturelle Einheit, seit dem 2. Weltkrieg auf drei Länder geteilt und in der Zukunft der EU wider als gemeinsame kulturelle Region mit vielen Facetten verstanden.

Aus Fairnessgründen und in Ermangelung anderer Zahlen, schätzen wir daher die adäquate Einwohnerzahl der kulturellen Einheit, für die Zittau die Galionsfigur macht, auf rund 60.000 Einwohner, auch wenn das nur knapp oberhalb der drei Gemeinden ist und das Umland kaum mit in Betracht zieht. Viel Kraft und Anteilnahme kommt bei dieser Sonderstellung eben auch aus den Kreisen, aber die Zahl korrespondiert ganz gut mit den knapp 40-tausend, die die damals kreisfreie Stadt vor dem Weltkrieg hatte.

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